Bekämpfungsversuch des japanischen Staudenknöterichs

Der japanische Staudenknöterich ist einer der hartnäckigsten Neophyten, mit welchem wir zu kämpfen haben. Er erreicht eine Wuchshöhe von 3 – 4 Metern und kann ein Längenwachstum von 10 – 30 cm pro Tag erreichen. Die Bekämpfung ist sehr schwierig, da kleinste Wurzelstücke eine neue Pflanze bilden können. Wir testen in unserem Forstrevier unterschiedliche Bekämpfungsmethoden. An einem Standort wollen wir herausfinden, wie sich der Entzug von Licht auf die Pflanzen auswirkt. An anderen Standorten werden die Pflanzen regelmässig ausgerissen und entsorgt. Eine Ausmerzung ist bis anhin nicht möglich, jedoch können sich die Pflanzen durch unser Handeln immerhin nicht weiter ausbreiten.

Hirscheinzelschütze aus Kastanienholz

Verbissschäden von Wildtieren an jungen Bäumen sind ganz normal und gehören zum Ökosystem Wald dazu. Leider ist es häufig so, dass jene Baumarten, welche als ökologisch wertvoll und als Zukunftshoffnung für die wärmere und trockenere Zukunft gelten, von den Huftieren am liebsten gefressen werden. Dies sind allen voran Eichen.

Mit der Regulation der Wildtiere helfen dem Wald die Jagdgesellschaften oder wo vorhanden, die Grossraubtiere. Hat es zu viele Wildhuftiere, entsteht in jungen Waldbeständen eine Entmischung und es wachsen weniger unterschiedliche Baumarten. Die Eiche wird also zum Beispiel durch den Verbiss zurückgestuft und von Fichten verdrängt, welche weniger verbissen werden.

In den letzten paar Jahrzehnten wurden die verbissgefährdeten Baumarten mit Einzelschützen, welche ca. 1. 20 Meter hoch sind, vor Rehwild geschützt. Sobald für den Baum von Seiten Rehwild keine Gefahr mehr ausgegangen ist, wurden die Materialien im Wald entfernt und entsorgt.

Wie bereits einmal berichtet, ziehen seit geraumer Zeit wieder Rothirsche durch unsere Wälder. Die bekannten Einzelschütze sind nun nutzlos, da diese Wildart viel grösser und schwerer ist als die Rehe. Die Bäume werden abgeknickt, um an die ausgiebigen Knospen zu gelangen. Um die stärksten Bäume zu schützen, haben wir massive Gatter aus Kastanien- und Fichtenholz erstellt. Das Ziel besteht darin, alle paar Meter Bäume vor Schäden durch Rotwild zu schützen.

Laubblasen im Wald

Laubblasen gehört ein Mal im Jahr zu den Unterhaltsarbeiten an den Waldstrassen. Laub, welches auf der Strasse liegen bleibt, verrottet und wird matschig. Aus den verrotteten Blättern bildet sich Humus, worauf Gräser und Kräuter wachsen. Durch deren Wurzeln dringt Wasser in die Tragschicht der Strassen. Die Folgen sind beschädigte Wege, welche mit hohem finanziellem Aufwand saniert werden müssen. Deshalb müssen vor allem Kieswege einmal im Jahr von Laub und Streu befreit werden. Das Laub wird nur dort entfernt, wo es unumgänglich ist. Auf schmalen Wegen und Trampelpfaden bleibt es liegen.

Vernässungsprojekt Tiergartenbächlein

Ein Rückblick auf vergangene Jahre zeigt, dass vermehrt extreme Wetterereignisse auftreten. Mit unserer baulichen Massnahme mit dem Errichten eines Dammes können wir Überschwemmungen bei Starkniederschlägen vorbeugen. Das Wasser wird länger zurückgehalten und kann später konzentriert versickern oder verdunsten. Wir können so die Hochwasserspitzen etwas brechen. Das Grundwasser wird angereichert und umliegende Pflanzen können bei Trockenheit länger von der gespeicherten Wassermenge profitieren.

Der Damm wurde aus Lehm erstellt und beträgt eine maximale Höhe von 1.5 Meter. Mit dem maximalen Wasserstand stehen rund 16 Aren unter Wasser. Der Überlauf des Dammes führt oberirdisch zum Egelmoos-Weiher. Es ist damit zu rechnen, dass der Weiher sporadisch austrocknet und kein Wasser führt. Gewisse Arten sind auf Gewässer angewiesen, welche von Zeit zu Zeit austrocknen. Wir hoffen, dass sich viele Arten im neu geschaffenen Lebensraum wohl fühlen und die Biodiversität gesteigert werden kann.

20-jähriges Betriebsjubiläum von Bernhard Zingg

Der Forstbetrieb Kölliken-Safenwil feiert am 1. September 2023 das 20-jährige Betriebsjubiläum von unserem Forstwart-Vorarbeiter und Lehrlingsausbildner, Bernhard Zingg.
Seit seinem Eintritt in das Unternehmen hat Bernhard Zingg bewiesen, dass er nicht nur ein erfahrener Forstwart ist, sondern auch ein hervorragender Ausbildner. Seine Fähigkeit, sein Wissen und seine Erfahrung an junge Menschen weiterzugeben, hat dazu beigetragen, eine neue Generation von Forstwarten auszubilden, welche den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gewachsen sind.

Mit seiner Art schafft es Bernhard Zingg, seine Lehrlinge zu motivieren und ihnen die Liebe zur Natur und zum Wald zu vermitteln. Er vermittelt ihnen nicht nur das notwendige Fachwissen, sondern auch Werte wie Verantwortungsbewusstsein, Teamarbeit und Respekt gegenüber der Natur.

Anlässlich seines 20-jährigen Betriebsjubiläums möchten wir Bernhard Zingg für seinen aussergewöhnlichen Einsatz und seine unermüdliche Arbeit würdigen. Seine Hingabe für den Betrieb ist beispielhaft.

Der Vorstand, sowie das gesamte Forstteam, sind stolz darauf, Bernhard Zingg im Unternehmen zu haben und freuen uns auf viele weitere Jahre der Zusammenarbeit.

Sicherheitsfällung einer kranken Blutbuche

An der Scheidgasse in Kölliken wurde am 19. Juli eine Sicherheitsfällung durchgeführt. Der Forstbetrieb Kölliken-Safenwil hat von den Eigentümern den Auftrag erhalten, die mit Nekrosen befallene Blutbuche zu fällen.

Bei der Rindennekrose stirbt das Kambium ab. Das Kambium ist für das Wachstum des Baumes verantwortlich und ist eine dünne Schicht von lebendem Gewebe unter der Baumrinde. Rindennekrose kann durch verschiedene Faktoren wie Verletzungen, Frost oder Hitzestress verursacht werden. In einigen Fällen wird der Baum geschwächt, in anderen stirbt er innerhalb kurzer Zeit ab. Das Holz wird zersetzt und der Baum wird rasch instabil. Bei der gefällten Buche war die Kronenverlichtung deutlich sichtbar.

Gratulation an Markus Wittich

Markus Wittich hat seine Lehre als Forstwart EFZ mit der Note 5.2 erfolgreich abgeschlossen. Wir gratulieren Markus ganz herzlich und wünschen ihm auf seinem weiteren beruflichen und privaten Lebensweg viel Glück und Erfolg.

Herzlichen Dank für deinen Einsatz für unseren Betrieb und den Wald.

Richtiges Verhalten bei einem Wildunfall

Durchschnittlich sechsmal pro Tag stösst im Kanton Aargau ein Auto oder ein anderes Fahrzeug mit einem Wildtier zusammen. Ein Entfernen von der Unfallstelle gilt als Fahrerflucht und ist strafbar. Wie überall im Strassenverkehr gilt es, vorausschauend zu fahren. Überquert ein Tier die Fahrbahn, folgt oft noch ein weiteres. Sollte es zu einem Zusammenstoss kommen, ist es wichtig, ruhig und überlegt zu handeln.

  • Anhalten und Warnblinker einschalten.
  • Leuchtweste anziehen und Unfallstelle sichern (Pannendreieck).
  • Polizei benachrichtigen (Tel. 117): Die Polizei verbindet Sie mit dem zuständigen Jagdaufseher.
  • Sich einem Wildtier auf keinen Fall nähern! Wichtig ist, nicht selbst zu versuchen, einem verletzten Tier zu helfen. Die Tiere kriegen Angst und sind noch mehr gestresst.
  • An der Unfallstelle auf den Jagdaufseher warten.

Was macht der Jagdaufseher, die Jagdaufseherin?

Die ausgebildeten Fachpersonen kümmern sich um das Tier. Ein verendetes Tier wird von der Unfallstelle entfernt. Bei einem geflüchteten Tier wird die Fährte später mit Spürhunden aufgenommen und beurteilt, ob das Tier überlebt oder es erlöst werden sollte.

Der Jagdaufseher erstellt ein Unfallprotokoll, bei dem der Schaden vom Fahrzeug aufgenommen wird. Ohne ein Protokoll übernimmt die Versicherung den Schaden nicht.

Jagdaufseherinnen und Jagdaufseher erheben für ihre bei Wildunfällen im Strassenverkehr erbrachten Leistungen von den Verursachenden eine Gebühr von pauschal Fr. 200.–. Diese wird jedoch von der Haftpflichtversicherung des Fahrzeughalters übernommen. Schäden am Fahrzeug übernimmt die Teilkaskoversicherung.

Jungpflanzen im Wald

Das Ziel der Waldverjüngung besteht in erster Linie darin, jungen Bäumchen das natürliche Aufkommen zu ermöglichen. Dies erreichen wir mit gezielten Baumentnahmen und der Dosierung von Licht auf dem Waldboden. Der Sämling braucht für das Wachstum Licht. Fällt jedoch zu viel Licht auf den Waldboden, breitet sich Konkurrenzvegetation wie z.B. Brombeeren aus und konkurrieren die jungen Bäume.

Häufig fällt auf Schadflächen, ausgelöst durch ein Sturmereignis, Borkenkäfer oder Eschenwelke, zu viel Licht auf den Boden und Brombeeren verunmöglichen ein natürliches Aufwachsen von Bäumen. In solchen Flächen pflanzen wir Bäume, was man künstliche Verjüngung nennt. Die Bäume müssen auf den Standort angepasst sein. Wir achten auf eine zweckmässige Artenvielfalt, sodass die heute gepflanzten Bäume auch noch in 100 Jahren stehen. Im Frühling 2023 haben wir unter anderem Edelkastanien, Linden, Lärchen, Traubeneichen und Eiben aufgeforstet.

Wildschadenverhütungsmassnahmen

Wildtiere können Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen, im Wald und an Nutztieren anrichten.

Um die jungen Bäume gegen Verbiss-, Fege- und Schälschäden durch Rothirsche und Rehe zu schützen, werden um die zu schützenden Bäumchen Einzelschütze angebracht. Als pendent zum bisher eingesetzten Schutz gibt es neue Entwicklungen aus Holz, welche zu 100% biologisch abbaubar sind. Das Entfernen und Entsorgen der ausgedienten Schütze entfällt also bei diesem Produkt.

Dank der offenen Konstruktion ist der Lichteinfall und die Durchlüftung zur Gesundhaltung von Blättern oder Nadeln und der Rinde sichergestellt. Verpilzung, Verdunkelung oder Befall durch Wespen oder Blattläuse werden so effektiv verhindert.